Systemische Beratung · Coaching · Training

Klarheit in komplexen Systemen.

Ich begleite Unternehmen, Geschäftsführende und Führungskräfte dabei, in komplexen Situationen tragfähige Entscheidungen zu treffen — mit systemischem Blick, langjähriger Beratungserfahrung und persönlicher Klarheit.

Olaf Walter
Olaf Walter
Systemischer Berater · Coach · Trainer
Über mich
  • Systemischer Berater, M.A. (RPTU Kaiserslautern)
  • Lehrtrainer & MasterCoach (DVNLP)
  • Hypnosystemische Konzepte im Change Management (G. Schmidt)
  • Trainer Crea-Leadership®
  • Neuro-Energetic-Leadership & OD®, Uni Bremen
  • Lehrbeauftragter, TU Kaiserslautern & Hochschule Ansbach
  • Leit-Dozent, IHK-Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg
  • Autor: „Zum systemischen Denken in Training, Coaching und Beratung"

Manager, Berater, Coach — und Praktiker aus Überzeugung.

Mit meiner Erfahrung als Manager, Projektleiter, Trainer, Berater, Coach, Lehrbeauftragter und Autor begleite ich Menschen und Organisationen bei der Verwirklichung ihrer Ziele. Theorie und Praxis bringe ich dabei bewusst zusammen — pragmatisch, fundiert und auf den jeweiligen Kontext zugeschnitten.

Als systemischer Coach und Berater betrachte ich Menschen nicht isoliert, sondern als Teil ihrer Organisation, ihres Teams und ihrer Beziehungen. Jeder Prozess ist maßgeschneidert — getragen von Vertrauen, Wertschätzung und einem klaren Blick auf Ressourcen und Handlungsspielräume.

Mein Ziel: Ihnen Zugang zu Ihren eigenen Stärken zu verschaffen, damit Raum für neue Ideen, Entscheidungen und Strukturen entsteht.

Change-Prozesse Seminare & Workshops Kommunikation Persönlichkeitsentwicklung Organisationale Resilienz Moderation Diversität Coaching
Kompetenzfelder

Drei Zugänge, ein systemischer Blick.

Coaching, Beratung und Training greifen ineinander — je nach Anliegen setze ich den passenden Schwerpunkt.

01 / Coaching

Coaching

Individuelle Begleitung, die den Menschen im Kontext seines Umfelds betrachtet — für tragfähige Entscheidungen und mehr Klarheit über eigene Ziele.

  • Reflexion von Denk- und Verhaltensmustern
  • Aktivierung vorhandener Ressourcen
  • Klare Zielsetzung und Umsetzung
02 / Beratung

Beratung

Systemische Beratung für Teams und Organisationen — mit Blick auf Wechselwirkungen statt isolierter Symptome.

  • Verbesserte Kommunikation im System
  • Schärfung von Selbstwahrnehmung
  • Aufbau von Resilienz und Handlungsfähigkeit
03 / Training

Training

Von der Analyse bestehender Strukturen bis zur Umsetzung passgenauer Trainingsformate für Teams und Organisationen.

  • Bedarfsanalyse und Konzeption
  • Workshops, Coaching-Sessions, Trainings
  • Nachhaltige Begleitung im Alltag
Akademie

Ausbildungen & Weiterbildung.

Zertifizierte Qualifizierungswege für Coaches, Berater und Führungskräfte — in Kooperation mit erfahrenen Partnerinstituten.

Orientierung im systemischen Frageraum

Systemisches Denken in Training, Coaching und Beratung — Grundlagen für den professionellen Alltag.

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Businesscoach (IHK)

Mit der IHK-Projektgesellschaft Ostbrandenburg: Methoden und Praxis für systemisches Coaching auf Unternehmensebene.

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Integrative Coaching-Ausbildung

Coaching als Meta-Skill der Zukunft — Vorbereitung auf professionelles Coaching in unterschiedlichsten Kontexten.

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Resilienztrainer-Ausbildung

Zertifikatslehrgang der Resilienz Akademie, 2 × 4 Tage, inkl. schriftlicher und mündlicher Prüfung.

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KI Academy

Aktuelle und zukünftige KI-Entwicklungen verständlich vermitteln — Zugang zur Zukunft für Unternehmen und Behörden.

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Praxis des Systemischen Coachings

Zwei Module à vier Tage: Grundlagen, Methoden und Werkzeuge für professionelles systemisches Coaching.

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Projekte

Ausgewählte Praxisbeispiele.

Ein Auszug aus Projekten, an deren Realisierung ich mitgewirkt habe. Weitere Beispiele im Kompetenzprofil.

Gesundheitswesen

Digitalisierung im Gesundheitswesen — Fußnetz Bayern

Einführung eines technischen und fachlichen Konzepts zur intersektoralen Dokumentation der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms — als Entscheidungsgrundlage für Kostenträger und weitere Therapien.

Kundenservice

Aufbau Customer Service für ein CGM-System

Implementierung und Schulung eines Service-Teams in Kundenkommunikation und Soft Skills — mit spürbarer Steigerung der Kundenzufriedenheit.

Qualitätsmanagement

Optimierung eines Qualitätsmanagementsystems

Von Analyse und Standardentwicklung über Schulung und Change-Begleitung bis zur kontinuierlichen Verbesserung durch Audits und Feedback.

Teamentwicklung

Teambuilding bei einem Versicherungsunternehmen

Lösungsorientierte Teambuilding-Formate für mehrere Teams — mit Umsatzsteigerungen über Plan und höherer Mitarbeiterzufriedenheit.

„Herr Walter demonstrierte als Projektleiter nicht nur ein tiefgreifendes Verständnis für die fachlichen Herausforderungen, sondern auch herausragende Fähigkeiten in der Koordination des gesamten Projektablaufs. Seine Führungsqualitäten und Innovationsfreude trugen maßgeblich zum Projekterfolg bei."

Fußnetz Bayern — Dr. Arthur Grünerbel & Dr. Günter Kraus, Vorstand

„Herr Walter hat als Organisationsmanager herausragende Fähigkeiten in der Koordination und effizienten Organisation komplexer Projekte gezeigt. Sein strategisches Denken und die Fähigkeit, Teams zu motivieren, waren entscheidend für die Erreichung unserer Unternehmensziele."

Jürgen Friedrich, Stellv. Geschäftsführer
IME-DC GmbH (2023)

„For your significant contributions to Abbott Diabetes Care International, you have been nominated for recognition under the ADC Vice President's Award program."

Paul Moraviec, Division Vice President International Commercial Operations
Abbott Diabetes Care (2006)
Auszug aus Referenzen & Projektpartnern
AOK
DLR
Gothaer
KfW
Fußnetz Bayern
IHK Ostbrandenburg
KWS
Classen Group
MDI
BTA
Metaforum
DRK
Veröffentlichungen
Buchcover

Zum systemischen Denken in Training, Coaching und Beratung

Ein Metamodell zur Orientierung im systemischen Frageraum — für Trainer, Coaches und Berater, die ihr eigenes Tun reflektieren möchten.

Beim Carl-Auer Verlag → Interaktives Metamodell →
PDF Systemischer Fragenraum

Systemischer Fragenraum — ein Metamodell

Kostenfrei zum Download, lizenziert unter Creative Commons (BY-SA 3.0 DE).

PDF herunterladen →
Metamodell

Ein Metamodell zur Orientierung im systemischen Fragenraum.

Ein interaktives Denkschema zur Selbstreflexion und Auswahl passender Interventionstechniken — zum Durchklicken und Weiterdenken.

Das vorliegende Metamodell bietet als Denkschema die Möglichkeit zur Selbstreflexion und dient der Übung und Auswahl passender Interventionstechniken. Es soll ermutigen und anregen, sich als Prozessbegleiter*in spielerisch und zugleich achtsam mit dem Klientensystem zu beschäftigen und dabei die eigenen Muster und Betrachtungsweisen zu beobachten. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird die gewohnte männliche Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet. Dies beinhaltet ausdrücklich keine Benachteiligung von Geschlechtern, sondern dient lediglich der sprachlichen Vereinfachung und ist im Sinne der Gleichberechtigung zu verstehen. Damit geht es also um das Einnehmen einer Haltung, welche die Wirkfähigkeit des Coaches, Trainers bzw. Beraters steigert und das Bewusstsein über das eigene Tun schärft. Das Gleiche, was wir dem Klientensystem als Begleiter also zur Verfügung stellen wollen, müssen wir uns notwendigerweise auch selbst angedeihen lassen, um Erkenntnis zu ermöglichen. Damit gewinnt die Haltung die Qualität einer Methode. Dazu gehört, sich Systemen und den darin befindlichen Menschen mit Wertschätzung zu nähern und die Leistungen, die dort bisher erbracht wurden, zu würdigen. Die feste Überzeugung, dass sich Systeme selbst organisieren können und dies zuversichtlich und optimistisch in die gemeinsame Arbeit einfließen zu lassen, ist eine wesentliche Voraussetzung systemischen Denkens. Der Berater verhält sich allparteilich, das bedeutet, er nimmt gegenüber Wirklichkeitskonstruktionen, Beziehungen und Problem-Lösungs-Strategien eine neutrale Haltung ein. Als Coach, Trainer, Berater etc. bewahrt er die Fähigkeit, als Beobachter von außen die Distanz zu wahren und gleichzeitig Nähe aufzubauen, um eine energiereiche Zusammenarbeit zu ermöglichen. Er bleibt menschlich erreichbar und geht empathisch und vertrauenswürdig vor, damit er auf allen Ebenen Informationen sammeln kann. In dieser Beziehung zu den Personen im Klientensystem erhält er sich jedoch sein unabhängiges Denken und überprüft Regeln, Hierarchien und Muster, damit er Kreativität bei der Interventionsgestaltung entfalten kann. Ebenso gehören Neugier und Forschergeist zu seinen Charaktereigenschaften: beobachten und verstehen, nicht eingreifen und „reparieren“! Unsicherheit, Ambivalenzen und Unwissenheit auszuhalten und diese eher als Vorboten einer neuen Idee zu verstehen, ist ebenso nützlich, wie eine gewisse Demut an den Tag zu legen. Damit wird dem systemischen Begleiter das Denken zu einer Praxis. Er zieht die theoretischen Hintergründe heran und entwickelt eine körperliche Form im Denken. Er begreift sich als Mensch mit Kopf, Herz und Bauch, der multilogisch wahrnimmt und den Dingen immer weniger fixe Eigenschaften zuschreibt, sondern dazu einlädt, den Raum relevanter Möglichkeiten zu vergrößern.

Das vorliegende Tool dient dem spielerischen Lernen und soll Anregungen zum Entwickeln von systemischen Fragen liefern. Die Texte in den Popups entstammen und beziehen sich auf:

Walter, O. (2019): Zum systemischen Denken in Training, Coaching und Beratung. Ein Metamodell zur Orientierung im systemischen Fragenraum. Carl-Auer Verlag, Heidelberg.

01 Zeit als Dimension der Prozessbegleitung

In der Dimension Zeit richtet sich die Aufmerksamkeit in der Prozessbegleitung auf die Zeitkonzepte der Klientensysteme. Das autobiographische Gedächtnis der beteiligten Personen konstruiert – je nach Kontext – selektiv die Erinnerung, die sich in jeder Situation wieder neu realisiert (vgl. Weidtmann/Evers 2011, S. 169).

Erinnern wird in der Gegenwart konstruiert und je nach Stimmung gefärbt. Emotionen sind für uns als biologische Wesen ständige Begleiter, wobei Psyche und Soma untrennbar miteinander verbunden sind und jede Veränderung auf den Ebenen des Denkens, Fühlens und Handelns über die efferenten und afferenten Nervenbahnen registriert und weitergegeben wird (vgl. Storch/Cantieni/Hüther/Tschacher 2010, S. 75).

Auf den unbewussten Ebenen der Prozesse existiert Zeitlosigkeit, da wir unsere Wirklichkeit permanent in der Gegenwart konstruieren: „Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt“ (Wittgenstein 2016, S. 109).

Dass sich Organisationen, psychische und soziale Systeme in der Zeit voranbewegen und pfadabhängig sind, ist demnach ein Ausdruck der eigenen Selbstreferentialität. Das bedeutet, dass das Erleben von Ereignissen im Außen an die Erinnerungen mit dem Fokus auf Bewährtes automatisch verkoppelt und so eine Auswahl getroffen wird, welches in der Zukunft mögliche Ereignis anschlussfähig gestaltet werden kann. Diese Konstruktion findet permanent gegenwärtig statt (vgl. Krizanits 2013a, S. 13).

Damit erklärt sich auch die Rolle des Beraters ein Stück weit. Organisationen und Individuen sind zur Reflexion eigener Handlungsmuster und Strukturen darauf angewiesen, einen Beobachter zu Rate zu ziehen. Dieser kann dabei unterstützen, die strukturelle Kopplung zwischen dem jeweiligen System und seinen Umwelten zu erhalten, zu fördern und dabei auch zeitlich zu ordnen (vgl. ebd., S. 14).

Ein weiterer Aspekt des subjektiven Zeitempfindens tritt hinzu, wenn wir räumliche Verortungen als Repräsentation von Zeit vornehmen und der Zeit einen physikalischen Bezug geben (vgl. Vollmer 2008b, S. 254). So werden z. B. in sozialen Systemen Zeiten organisiert und ein Verständnis von Arbeitszeiten, Ausbildungszeiten und Freizeiten gebildet. Es entstehen solche Phänomene wie Zeitdruck oder das Empfinden von Leerlaufzeiten oder Wartezeit. Diese Erscheinungsformen werden vom System selbst erzeugt und bilden auch eine Grundlage dafür, wie diese Systeme mit ihren Umwelten in Beziehung treten (vgl. Luhmann, S. 253 ff). Diese Phänomene orientieren sich eher am natürlichen Zeitverlauf und haben Anfang und Ende. Andere Zeitkonzepte beschäftigen sich mit der Ewigkeit – so etwa in religiösen oder meditativen Zusammenhängen – oder haben die Schönheit des einmaligen Augenblicks zum Gegenstand. Weiter bewegen wir uns als Individuen mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten durch unsere alltäglichen Aufgaben und führen sie in voneinander unterscheidbaren eigenen Rhythmiken durch (vgl. Fraenkel in: Levold/Wirsching 2016, S. 119 f).

Für Coaching, Training und Beratung sind all diese Aspekte je nach Kontext relevant und in die Interventionsplanung und die Fragestellungen mit einzubeziehen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass Erinnerungen von Individuen Kodierungen auf der Zeitlinie darstellen und damit stets Rekonstruktionen sind. Diese sind von selbstnarrativen Charakteristika geprägt und dienen dazu, Bedeutungen, Themen und Kontexte zu organisieren (vgl. Weidtmann/Evers 2011, S. 169).

Damit der Coach, Trainer bzw. Berater dabei unterstützen kann, hilfreiche Neukonstruktionen und Lösungsmöglichkeiten für die Zukunft zu etablieren, gilt es auch hier taugliche Mittel für die jeweilige Intervention zu finden, auszuwählen oder zu kreieren. So bietet sich etwa die Arbeit mit der Timeline an, die mittlerweile anerkannte Praxis in der Arbeit mit Klienten ist. Damit können Emotionen, die in Beziehung zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen, aufgespürt und z. B. mit Zielearbeit verbunden werden. Es lassen sich Ressourcen erarbeiten, die für einen Veränderungsprozess notwendig scheinen oder die als Entscheidungshilfen dienen. Die Timeline-Arbeit ermöglicht u. U. die Bewältigung von negativen Ereignissen aus der Vergangenheit und hilft dabei, die eigene Landkarte zu erforschen und sich künftigen Aufgaben zu stellen (vgl. Schindler in: Levold/Wirsching 2016, S. 246 ff). Dabei wird mit der Technik des Verortens von Zeitpunkten im Raum ereignisbezogen interagiert und nach Lösungen gesucht. Der Prozessbegleiter kann mithilfe seiner Fragen Reframing-Angebote machen, die z. B. eine „Pseudoorientierung in der Zeit“ (de Shazer 2010, S. 67 f) ermöglichen. Mit diesem hypnosystemischen Ansatz kann z. B. ein „als ob-Rahmen“ geschaffen werden, in dem das Klientensystem sich mit den Handlungen und Ressourcen beschäftigt, die zu Lösungen in der Zukunft führen. Auch Fragen nach den Ausnahmen kann hier hilfreich verwendet werden – und obwohl sie sich auf die Vergangenheit bezieht, kann dadurch eine Verflüssigung des Problemzustandes entstehen. Diese Methodik lässt sich in Einzelcoachings ebenso erfolgreich einsetzen wie im Projektmanagement innerhalb einer Organisation.

Der Coach, Trainer bzw. Berater kann ein weiteres Phänomen utilisieren, welches beim Erleben von intensiven Kommunikationsprozessen entstehen kann: Mithilfe seiner Fragetechniken und den eingesetzten Methoden, der Verwendung seiner Sprache und Tonalität kann er das Phänomen der Verdichtung im „dreidimensionalen sozialen Raum“ (Scharmer 2015, S. 252) erkennbar und nutzbar machen. Dabei entsteht ein Zeitempfinden, das mit dem Eindruck der Verlangsamung einhergeht und gleichzeitig die Intensität der Begegnungen zwischen den Individuen und das Erleben von Zeit, Raum und dem eigenen Selbst ansteigen lässt (vgl. ebd.).

Dieses Verlangsamungsprinzip kann für den Erkenntnisgewinn von hohem Nutzen sein und lenkt die Aufmerksamkeit ins Hier und Jetzt. Es entsteht ein angstfreier Raum, in dem die eigenen Kompetenzen mit den Anforderungen in Balance sind. Denken, Fühlen und Handeln bilden eine Einheit. Die Dinge werden um ihrer selbst Willen getan (vgl. Csikszentmihalyi 2014, S. 162 ff).

Vergangenheit

Den Zeitbegriff der Vergangenheit verstehen wir im systemischen Coaching als Repräsentation und Organisation der Erinnerungen in der Gegenwart. Das bedeutet im konstruktivistischen Sinne die rückwirkende Konstruktion von Realitäten in unterschiedlichen Kontextualisierungen.

Unter dem Begriff Vergangenheit versteht man gemeinhin die bereits vergangene Zeit, die nicht mehr gegenwärtig ist. Die Vergangenheit bezieht sich auf alle Ereignisse, Entwicklungen und Erfahrungen, die in der Zeit vor dem gegenwärtigen Moment stattgefunden haben. Die Vergangenheit umfasst dabei alle historischen Epochen und Zeitalter, beginnend bei den Anfängen der Menschheit bis hin zum Ende der unmittelbar vorangegangenen Sekunde. Die Vergangenheit kann in persönlicher oder gesellschaftlicher Hinsicht betrachtet werden und ist oft durch historische Aufzeichnungen oder Überlieferungen dokumentiert. Im Gegensatz zur Zukunft, deren Ausgang oft ungewiss ist, ist die Vergangenheit bereits festgelegt und kann nicht mehr verändert werden. Allerdings organisieren wir unsere Erinnerungen selbst, sodass wir auch hier eigene und/oder neue Realitäten schaffen können.

Gegenwart

Unter dem Begriff der Gegenwart versteht man den aktuellen Zeitpunkt oder den Zeitraum, der unmittelbar vor uns liegt. Die Gegenwart bezieht sich auf den Moment, in dem wir leben und handeln und ist der zeitliche Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die Gegenwart kann auch als der Moment betrachtet werden, in dem die Vergangenheit in die Zukunft übergeht. Im Gegensatz zur Vergangenheit und Zukunft, die in Bezug auf unsere Wahrnehmung eher abstrakt sind, ist die Gegenwart die unmittelbarste Erfahrung und Realität unseres Bewusstseins. Sie ist geprägt von den Erfahrungen, Handlungen und Entscheidungen, die wir in der aktuellen Situation und Umgebung treffen. Die Gegenwart ist also ein wesentliches Element unseres menschlichen Erlebens und unseres Verständnisses von Zeit.

Zukunft

Unter Zukunft versteht man den Zeitraum, der nach dem gegenwärtigen Zeitpunkt kommt und noch nicht eingetreten ist. Die Zukunft ist das, was noch kommen wird und sich in Bezug auf die Gegenwart als potenziell und ungewiss darstellt. Die Zukunft kann sich auf unterschiedliche Zeiträume beziehen, von wenigen Minuten bis hin zu Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden. Es ist auch wichtig zu beachten, dass die Vorhersage der Zukunft oft schwierig ist, da sie von vielen Faktoren abhängt, die oft unvorhersehbar sind.

02 Grenzen / Grenzbildungen

Die Dimension der Grenzen ist explizit der Grenzbildung gewidmet und dient im Wesentlichen dazu, dem Beobachter dieses wichtige Systemprinzip nochmals eigenständig zu verdeutlichen. Das Formkalkül nach Spencer-Brown bietet die Möglichkeit, Systemgrenzen zu betrachten. Damit können Unterschiede gebildet werden, die einen Unterschied machen, was nach Bateson die Grundlage der Bildung von Informationen ist (vgl. Schönwalder-Kuntze/Wille/Hölscher 2009, S. 49).

Grenzbildungen stellen notwendige Merkmale einer Unterschiedsbildung dar. Indem eine Unterscheidung getroffen wird, entsteht erst eine Form, und die Differenz bildet die Voraussetzung für eine Einheit (vgl. ebd., S. 61). Damit ist die Basis gelegt, um jegliche Wirklichkeitskonstruktion zu beschreiben. Die eine Seite der Form gehört demnach genauso dazu wie die andere. Damit ermöglicht das Modell die Erfassung von komplexen mehrschichtigen Problemstellungen, eröffnet dem Anwender den Umgang mit „Multivalenzen“ (Schmidt 2017, S. 30) und regt zum Einsatz unterschiedlicher Methoden und Formate an. So können etwa Interessen in Verhandlungen erfasst und ausgeglichen werden. Persönlichkeitsanteile können miteinander in Interaktion gebracht und verflüssigende Konstruktionen gefunden werden. Oder der Berater erkennt strukturelle Grenzen in Organisationen, die Teams trennen bzw. vereinen und kann dieses Erkennen sinnvoll bei der Begleitung von Change-Prozessen nutzen. Der Raum für das Erfassen von komplexen Situationen inkl. bestehender Paradoxien ist eröffnet. Der Berater kann nun mithilfe der Metaisierung eine beobachtende Position einnehmen und sich von solch utopischen Vorstellungen wie etwa linear-kausalen Lösungen verabschieden. Er begibt sich vielmehr in den Prozess des intensiven Zuhörens, Betrachtens und Abwägens. Hier kündigen sich vielleicht intuitiv Formate an, die wie z. B. die Tetralemma-Strategie gemäß dem transverbalen Ansatz helfen können, diametral entgegenstehende Positionen, Argumente oder Interessen miteinander in eine ausgleichende Bewegung zu bringen.

Insgesamt können problematische Muster, Dilemmata etc. sichtbar werden und beispielsweise im Coachingprozess für die Arbeit mit Ambivalenzen genutzt werden. Es können neue Ziele entwickelt und dabei Lösungen für „diese Zwickmühlen“ (Schmidt 2013, S. 118) gefunden werden.

Den Prozess der Unterschiedsbildung als Entmischung zu betrachten, kann für den Berater enorm hilfreich sein, wenn es darum geht, Komplexität zu reduzieren und als Begleiter wirkfähig zu werden. Die Beachtung von Grenzbildungen als natürlichen Effekt von Systemen und deren Achtung ist gleichzeitig als Ausdruck systemischer Haltungen zu verstehen, sie erinnert den Coach, Trainer bzw. Berater daran, eine gesunde Balance zwischen Nähe und Abstand zum beobachteten System herzustellen.

Innen

Im systemischen Sinne bezieht sich der Begriff "Innen" auf die innere Welt einer Person oder eines Systems. In der systemischen Therapie und Beratung wird der Fokus nicht nur auf das Individuum als isolierte Einheit gelegt, sondern auch auf die Beziehungen und Interaktionen mit anderen innerhalb des Systems.

Wenn man von der Bildung von Grenzen spricht, meint man die Art und Weise, wie Menschen oder soziale Systeme ihre individuellen und kollektiven Identitäten und Grenzen bilden und aufrechterhalten. Grenzen können physisch, emotional, kognitiv oder sozial sein und dienen dazu, die Unterschiede zwischen den Individuen und Gruppen zu wahren.

Die Idee von "Innen" und "Außen" ist in der systemischen Sichtweise eng miteinander verknüpft. Die innere Welt eines Individuums umfasst seine Gedanken, Emotionen, Überzeugungen, Werte und persönlichen Erfahrungen. Diese inneren Aspekte beeinflussen die Art und Weise, wie die Person mit anderen interagiert und wie sie ihre individuellen Grenzen in sozialen Situationen setzt.

In der systemischen Therapie kann die Untersuchung der Grenzen und der inneren Welt eines Systems dazu beitragen, die Dynamik und mögliche Ursachen von Konflikten oder Problemen zu verstehen.

Balance

Im systemischen Kontext bezieht sich "Balance" auf das Streben nach einem harmonischen Gleichgewicht in einem sozialen System oder einer Beziehung. Es ist ein Konzept, das auf die Ausgewogenheit und Stabilität in den Interaktionen und Dynamiken innerhalb des Systems abzielt.

Die Balance im systemischen Kontext kann sich auf verschiedene Aspekte beziehen:

1. Machtbalance: Sicherstellen, dass Macht und Ressourcen innerhalb des Systems gerecht verteilt sind. 2. Kommunikationsbalance: Ein gleichmäßiges Geben und Nehmen von Informationen und Ideen zwischen den Mitgliedern eines Systems. 3. Emotionale Balance: Das Wohlbefinden der Einzelnen im System und ein angemessener Ausdruck von Emotionen. 4. Rollenbalance: Eine ausgewogene Verteilung und Erfüllung von Rollen und Verantwortlichkeiten.

Balance bedeutet nicht zwangsläufig, dass alles perfekt gleich sein muss, sondern dass das System die Flexibilität hat, sich ändernden Umständen anzupassen und eine optimale Funktionsweise aufrechtzuerhalten.

Außen

Im systemischen Kontext bezieht sich "Außen" auf die äußere Welt eines Individuums oder eines sozialen Systems. Es bezieht sich auf die Wechselwirkungen, die das System mit seiner Umwelt, anderen Menschen oder anderen sozialen Systemen hat. In Bezug auf die Bildung von Grenzen bezieht sich "Außen" auf die Trennung oder Abgrenzung zwischen dem betrachteten System und seiner Umgebung.

Die Bildung von Grenzen zwischen "Innen" und "Außen" ist für die Funktionsweise eines sozialen Systems von großer Bedeutung. Es ermöglicht dem System, sich von der Umgebung zu unterscheiden und seine Identität zu wahren. Es hilft auch dabei, die Art und Weise zu definieren, wie Informationen, Ressourcen und Beziehungen zwischen dem System und seiner Umwelt fließen.

In der systemischen Therapie oder Beratung kann die Untersuchung der Grenzen zwischen "Innen" und "Außen" dazu beitragen, das Verständnis für die Dynamiken und Herausforderungen eines Systems zu vertiefen.

03 Ebenen der Persönlichkeit

Die Elemente und Aspekte dieser Dimension werden zum Teil von den logischen Ebenen nach Dilts umfasst (vgl. Dilts 2011, S. 186). Diese stellen eine für viele Zwecke nützliche Rekonstruktion dergestalt dar, dass es verschiedene Ebenen des Erlebens, Handelns und Denkens gibt. Hier wird von dem Ansatz ausgegangen, dass sich das Lernen in unterschiedlichen Hierarchien vollzieht (vgl. Willke 2015, S. 32). Demnach existieren bei Individuen und sozialen Systemen unterschiedliche Ebenen, auf denen unterschiedliche logische Prozesse ablaufen.

Auf den (neuro-)logischen Ebenen sind Umweltfaktoren angesiedelt, d. h. äußere Gegebenheiten, denen sich der Mensch anpassen oder auf die er reagieren muss. Die Fragetechnik auf der Ebene Umwelt umfasst die Angaben zum „Wo?“ und zum „Woher?“. Die Ebene des Verhaltens bezieht sich auf Aktionen und Reaktionen, die passenden Fragen dazu befassen sich mit dem „Was?“.

Auf der Ebene der Fähigkeiten werden die persönlichen Strategien und mentalen Modelle relevant. Die Fragetechnik hier hat das „Wie?“ zum Gegenstand. Darüber befindet sich mit der Ebene der Glaubenssätze, Werte und Überzeugungen das Feld der Motivationen (vgl. Grawe 2004, S. 187). Hier geht es um die Frage des „Warum?“.

Die relevanten Faktoren auf der Ebene der Identität und Haltung werden durch den Zweck gebildet. Gemeint ist die Mission, mit welcher das Individuum oder auch das soziale System agiert. Die Fragen auf dieser Ebene beziehen sich auf das „Wer?“.

Die Ebene der Zugehörigkeit umfasst eventuell auch spirituelle Aspekte. Dass wir uns als Teil eines größeren Systems verstehen können, welches über die Familie, die soziale Gemeinschaft in höherrangige Strukturen hinausragt, enthält einen möglichen Bezug zu globaleren Zusammenhängen. Die Frage nach dem „Wofür?“ und „Wozu?“ kann hier sinnvolle Anwendung finden.

Weiter wird diese Dimension um das Konsistenzmodell der menschlichen Psyche ergänzt (vgl. Grawe 2004, S. 189). Hier wird davon ausgegangen, dass „im Wesentlichen zwei Beweger des psychischen Geschehens“ existieren: „Das Streben nach Kongruenz und das Streben nach Konsistenz“ (Grawe 2004, S. 190). Dabei konzentriert sich die Wahrnehmung auf aktivierende und motivierende Ziele, hinter denen die Erfüllung von Grundbedürfnissen steht.

Bezüge und Rückkopplungen zu den anderen Dimensionen sind hier jederzeit möglich und können dem Berater Aufschluss über seine Vorgehensweise bieten. Ergänzt wird dies durch die Einbeziehung der Persönlichkeitsanteile (vgl. Satir 2013, S. 50 f), denen eine „systemisch-konstruktivistische Persönlichkeitstheorie“ (Backhausen/Thommen 2017, S. 143 ff) zu Grunde liegt.

Umwelt

Auf den (neuro-)logischen Ebenen sind Umweltfaktoren angesiedelt, d. h. äußere Gegebenheiten, denen sich der Mensch anpassen oder auf die er reagieren muss. Die Fragetechnik auf der Ebene Umwelt umfasst die Angaben zum „Wo?“ und zum „Woher?“ (S. 32).

Umwelt bezieht sich auf alles, was uns umgibt, sowohl natürliche als auch menschgemachte Elemente. Dazu gehören die physischen, biologischen, sozialen, kulturellen und ökonomischen Bedingungen und Faktoren, die unseren Lebensraum beeinflussen.

Die Umwelt hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Menschen und anderen Lebewesen. Insgesamt kann die Umwelt als ein komplexes und dynamisches System betrachtet werden, das ständig durch menschliche Aktivitäten beeinflusst wird.

Verhalten

Die Ebene des Verhaltens bezieht sich auf Aktionen und Reaktionen, die auf der Umweltebene stattfinden, die passenden Fragen dazu befassen sich mit dem „Was?“. Allerdings können individuelle Verhaltensweisen durch innere Landkarten, Strategien und Muster gesteuert sein und unterscheiden sich dadurch ebenfalls vom reinen vegetativen Kniereflex.

Verhalten umfasst sowohl körperliche als auch verbale Aktionen, die von anderen Menschen wahrgenommen werden können. Es kann bewusst oder unbewusst sein und wird durch Persönlichkeit, Erfahrung, Kultur, Emotionen und Umwelt beeinflusst.

Verhalten kann als adaptiv, maladaptiv oder neutral betrachtet werden. In der Psychologie wird Verhalten oft als Hinweis auf die Persönlichkeit, Emotionen und Motivationen einer Person betrachtet.

Fähigkeiten

Auf der Ebene der Fähigkeiten werden die persönlichen Strategien und mentalen Modelle relevant. Die Fragetechnik hier hat das „Wie?“ zum Gegenstand.

Fähigkeiten sind die Fertigkeiten, Kenntnisse und Eigenschaften, die eine Person besitzt und die es ihr ermöglichen, Aufgaben und Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen. Sie können durch Bildung, Training, Erfahrung oder natürliche Anlagen erworben werden.

Es gibt technische, soziale, kognitive und persönliche Fähigkeiten. Indem man seine Fähigkeiten erweitert und verbessert, kann man seine Leistung steigern, seine Karriere voranbringen oder persönliche Entwicklung fördern.

Werte, Ziele

Werte und Ziele sind zwei verwandte Konzepte, die eng mit der individuellen Motivation und dem Verhalten von Menschen verbunden sind.

Werte beziehen sich auf die Grundsätze und Überzeugungen, die einer Person wichtig sind und die ihr Verhalten und ihre Entscheidungen beeinflussen. Ziele hingegen beziehen sich auf die konkreten Ergebnisse, die eine Person erreichen möchte.

Werte und Ziele können miteinander verbunden sein und sich gegenseitig beeinflussen. Im Laufe eines Lebens entwickelt das Individuum Strategien und Regulierungsmechanismen, um Inkonsistenzsituationen zwischen Bedürfnisbefriedigung und Zielerreichung zu meistern (vgl. Grawe 2004, S. 191).

Haltung, Identität

Haltung und Identität sind zwei verwandte Konzepte, die sich auf die Art und Weise beziehen, wie Menschen sich selbst sehen und wie sie sich in der Welt präsentieren.

Die Haltung bezieht sich auf die Einstellung, Meinung oder Überzeugung einer Person zu einem bestimmten Thema. Identität bezieht sich auf die Art und Weise, wie eine Person sich selbst sieht oder definiert – individuell, sozial oder kulturell.

Die relevanten Faktoren auf der Ebene der Identität und Haltung werden durch den Zweck gebildet: die Mission, mit welcher das Individuum oder soziale System agiert. Die Fragen auf dieser Ebene beziehen sich auf das „Wer?“, auf der Ebene der Zugehörigkeit auf das „Wofür?“ und „Wozu?“.

Gefühle

Gefühle sind subjektive Empfindungen und Erlebnisse, die auf innere oder äußere Reize reagieren und oft mit körperlichen Reaktionen einhergehen: Freude, Traurigkeit, Wut, Angst, Liebe, Ekel, Überraschung, Scham – jedes mit eigenen körperlichen und emotionalen Erscheinungsformen.

Die Art und Weise, wie ein Gefühl erlebt wird, kann von Person zu Person unterschiedlich sein und wird auch von Faktoren wie Kultur, Kontext und individuellen Erfahrungen beeinflusst.

Grundbedürfnisse

Im Wesentlichen existieren „zwei Beweger des psychischen Geschehens“: das Streben nach Kongruenz und das Streben nach Konsistenz (Grawe 2004, S. 190). Dabei konzentriert sich die Wahrnehmung auf aktivierende und motivierende Ziele. Hinter diesen Zielen steht die Erfüllung der Grundbedürfnisse.

Die Menschen unterscheiden sich nicht im Hinblick auf ihre Grundbedürfnisse, jedoch sind sie, was ihre Lebenserfahrungen anbetrifft, individuell ausgeprägt. (Weiter dazu auf S. 34.)

Innere Anteile

Inhalt folgt...

04 Beteiligte

In der Dimension „Beteiligte“ richtet sich der Blick auf die Mesoebene und die Kontexte in Organisationen und sozialen Systemen. Damit sind die Akteure im sozialen Umfeld auf der Ebene von Teams und Gruppen gemeint (vgl. Scharmer 2015, S. 471). Hier sind Kompetenzen und Rollen angesiedelt, hier können Aufgaben, Regeln und Rituale von Teams bzw. Familien betrachtet werden.

Für den Coach, Trainer bzw. Berater eröffnet sich im jeweiligen Beratungskontext das Feld, auf dem es sich bspw. um Fragen drehen kann, die sich mit der Definition einer Unternehmenskultur beschäftigen (vgl. Schein 2010b, S. 31 ff). Die Beteiligten sind von der Interventionsplanung direkt betroffen und werden gemäß dem Partizipationsprinzip miteinbezogen.

Die gesamte Bandbreite von Interventionstechniken kommt zum Einsatz: Moderation, Workshops, Trainings, Coachings, Meetings, Teambuilding und Supervisionen. Der Berater wechselt hier zwischen den Rollen und Funktionen als Designer, Begleiter und Leiter im Prozess.

Dabei beobachtet er Rückkopplungen zu sämtlichen anderen Dimensionen des Metamodells. Hier beginnt er, das abstrakte Prinzip des Modells in der Praxis zu erproben und Strukturen, Ebenen, Prinzipien, Wechselwirkungen, Grenzen, Perspektiven und Größen zu erfassen und für die Hypothesenbildung nutzbar zu machen.

Rollen

Rollen beziehen sich auf die Erwartungen und Verhaltensanforderungen, die mit bestimmten Positionen, Situationen oder Gruppen verbunden sind – etwa die Rolle eines Vaters, einer Mutter, eines Lehrers oder eines Arbeitnehmers. Eine Person kann mehrere Rollen gleichzeitig innehaben, je nach Kontext und Situation.

Rollen definieren nicht nur, wie eine Person sich verhalten sollte, sondern auch, welche Erwartungen die Gesellschaft an sie hat. Sie können formal (durch Gesetze oder Regelungen) oder informell (durch soziale Normen) sein und beeinflussen, wie wir uns selbst sehen und wahrgenommen werden.

Kompetenzbereich

Ein Kompetenzbereich bezieht sich auf eine spezifische Fähigkeit oder ein spezifisches Wissen, das für eine bestimmte Aufgabe, Rolle oder Position erforderlich ist. Er kann sowohl persönliche als auch berufliche Fähigkeiten umfassen, etwa Analysefähigkeiten, Kreativität, Projektmanagement oder Kommunikationsfähigkeiten.

Es ist wichtig, dass eine Person ihre Kompetenzbereiche identifiziert und ständig daran arbeitet, diese zu verbessern – durch Schulungen, Weiterbildungen, Erfahrungen und Feedback. (Dazu weiter auf S. 51.)

Aufgaben

Aufgaben beziehen sich auf spezifische Handlungen oder Tätigkeiten, die von einer Person erwartet werden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder eine bestimmte Funktion auszuführen – sowohl im beruflichen als auch im persönlichen Bereich.

Es ist wichtig, dass eine Person ihre Aufgaben identifiziert und organisiert, um effektiv und effizient zu sein. Dies kann durch Priorisierung, Zeitmanagement und Delegierung erreicht werden.

Regeln

Regeln sind spezifische Vorschriften, Anweisungen oder Normen, die eine bestimmte Verhaltensweise oder Handlung vorschreiben oder verbieten. Sie können formell (in Gesetzen) oder informell (als soziale Normen) bestehen.

Regeln dienen in erster Linie dazu, Ordnung, Sicherheit und Fairness zu gewährleisten. Sie helfen, Erwartungen zu klären, und sorgen für Konsistenz und Vorhersehbarkeit in einem bestimmten Kontext.

Rituale

Rituale sind bestimmte Handlungen oder Abläufe, die in einer bestimmten Reihenfolge oder Art und Weise durchgeführt werden – etwa religiöse Zeremonien, Geburtstagsfeiern oder tägliche Familienrituale.

Rituale dienen dazu, Bedeutung und Wert zu vermitteln und ein Gefühl von Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit zu schaffen. Sie können tief in einer Kultur verwurzelt und von Generation zu Generation weitergegeben werden, aber auch individuell geschaffen werden, um persönliche Bedeutung und Struktur zu erzeugen.

05 Systemgrößen

Die Darstellungen in dieser Dimension dienen dazu, die Voraussetzung für das Erkennen von Rückkopplungen in ihrer zyklischen Kausalität zu erfassen (vgl. Vollmer 2008a, S. 123). Dazu zählen intuitive Methoden wie Metaphern, Bilder, Traumreisen und freies Assoziieren (vgl. Müller 2017, S. 61) sowie Systemzeichnungen und -aufstellungen, Genogramme, Systemmodelle und Wirkgraphen.

Darin enthalten ist auch das SCORE-Modell nach Dilts, welches dabei unterstützt, zusätzliche Unterscheidungen nach Symptomen, Ursachen, Ressourcen, Effekten und Ergebnissen zu treffen und damit eine Orientierung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu ermöglichen (vgl. Dilts/Deloizier/Bacon Dilts 2013, S. 113 f).

Weiter spielt in dieser Dimension das Metamodell der Sprache als Repräsentationssystem der subjektiven Realität eines jeden Individuums eine Rolle. Wir geben den Worten Bedeutungen, die mit unseren Erfahrungen kontextualisiert sind (vgl. Spitzer 2000, S. 232).

Zweck dieser Dimension ist es, die im jeweiligen Kontext spezifischen Systemgrößen sichtbar und für den Erfahrungs- und Erkenntnisprozess des Klienten nutzbar zu machen. Mit der Visualisierung dieser systemrelevanten Größen gelingt es dem Klientensystem, Beziehungen, Relationen, Rückbezüglichkeiten und Kopplungen räumlich zu verorten und in seinem Handlungsfeld zu erkennen (vgl. Scharmer 2015, S. 16).

Strukturelemente

Strukturelemente sind grundlegende Bausteine oder Bestandteile, die dazu dienen, eine Struktur zu bilden oder zu konstruieren – die fundamentalen Komponenten, die in einer bestimmten Anordnung eine größere Gesamtstruktur bilden.

In der Architektur sind das etwa Stützen und Träger, in der Linguistik Buchstaben, Wörter und Satzglieder, in der Informatik Datenstrukturen wie Listen oder Bäume. Strukturelemente sind wichtig, um komplexe Systeme, Strukturen oder Modelle zu verstehen und zu analysieren.

S.C.O.R.E

Das SCORE-Modell nach Robert Dilts ist ein Coaching-Modell, das dazu dient, Ursachen und Auswirkungen eines Problems zu analysieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Es steht für:

1. Symptom – der sichtbare Ausdruck eines Problems 2. Cause (Ursache) – die tieferen Faktoren, die das Problem verursachen 3. Outcome (Ergebnis) – das gewünschte Ergebnis 4. Resources (Ressourcen) – was benötigt wird, um dorthin zu gelangen 5. Effects (Auswirkungen) – wie sich die Lösung auf andere Bereiche auswirkt

Das Modell hilft, einen umfassenden Blick auf eine Situation zu bekommen und konkrete Schritte zur Verbesserung zu entwickeln.

Modelle

Ein Modell ist eine vereinfachte Darstellung oder Abbildung eines realen Systems, einer Situation, eines Prozesses oder einer Theorie. Modelle dienen dazu, komplexe Sachverhalte zu erklären, zu analysieren, zu visualisieren und zu verstehen, indem sie die wichtigsten Merkmale und Beziehungen hervorheben und unwichtige Details weglassen.

Es gibt physische, mathematische, computerbasierte und konzeptuelle Modelle. Sie sollten immer mit Vorsicht betrachtet werden, da sie eine Vereinfachung der Realität darstellen.

Aufstellungen

Aufstellungen im systemischen Sinne sind eine Methode aus Psychotherapie, Coaching, Organisationsentwicklung und Familientherapie. Sie nutzt die räumliche Anordnung von Stellvertretern oder Symbolen, um Beziehungen und Dynamiken in einem sozialen System sichtbar zu machen.

Es gibt u. a. Familienaufstellungen, Organisationsaufstellungen, Strukturaufstellungen, Symptomaufstellungen und Zukunftsaufstellungen. Sie nutzen die Weisheit und Intuition der Repräsentanten, um neue Perspektiven und Einsichten zu gewinnen.

Metamodell der Sprache

Das Metamodell der Sprache ist ein Konzept aus der Kommunikationspsychologie, das auf die Arbeit von Richard Bandler und John Grinder (NLP) zurückgeht. Es wurde entwickelt, um präzisere und klarere Informationen während einer Kommunikation zu gewinnen, indem bestimmte sprachliche Muster erkannt und hinterfragt werden.

Dazu zählen Generalisierungen ("immer", "nie"), Löschungen (ausgelassene Informationen) und Verzerrungen (subjektive Interpretationen). Durch gezieltes Nachfragen kann der Gesprächspartner dazu beitragen, dass klarer und detaillierter kommuniziert wird.

06 Klassen

Die Ziele und das Verhalten von Individuen beziehen sich auf konkrete Kontexte und Klassen von Kontexten (vgl. Grawe 2004, S. 190). Das Erleben wird kategorisiert, bewertet und eingeordnet. Diese Dimension korrespondiert mit den Wertvorstellungen des Individuums oder eines sozialen Systems, die auf der Persönlichkeitsebene eine Rolle spielen.

In dieser Hinsicht können für den Coach, Trainer bzw. Berater lösungsorientierende Fragen kategorisiert werden. Ganz im Sinne von „besser“, „schlechter“ oder „gleich“ können Unterschiedsbildungen angeregt werden (vgl. v. Schlippe/Schweitzer 2017, S. 50). Im Ansatz der systemischen Strukturaufstellungen kommen zusätzlich die Aspekte „anders“ und „teils teils“ hinzu.

Die Fragetechniken hier beziehen sich auf Unterschiedsbildungen mithilfe von Skalierungen, um die Wahrnehmungen hinsichtlich der Qualitäten von Prozess, Zuständen und Veränderungen zu unterstützen (vgl. Raddatz 2015).

am Wenigsten

In Klassifizierungen bezieht sich der Ausdruck "am wenigsten" auf das Element oder die Kategorie mit der geringsten Menge, der niedrigsten Wertigkeit oder der schwächsten Eigenschaft, wenn Elemente nach einem bestimmten Merkmal geordnet werden.

Das Konzept ist relativ und hängt von der spezifischen Eigenschaft oder dem Kriterium ab, nach dem die Klassifizierung erfolgt. Es zeigt den Rang oder die Position eines Elements innerhalb einer bestimmten Ordnung oder Hierarchie.

mittel

Bei Klassifizierungen bezieht sich der Begriff "mittel" auf das Element, das in der Mitte einer geordneten Liste von Elementen oder Kategorien steht – genau zwischen den extremen Elementen platziert.

Das Konzept wird häufig verwendet, um die zentrale Position eines Elements in einer geordneten Liste zu beschreiben. Es zeigt eine Art Gleichgewicht oder Ausgleich zwischen den Extremen.

am Meisten

Bei Klassifizierungen bezieht sich der Begriff "am meisten" auf das Element mit der höchsten Menge, der höchsten Wertigkeit oder der stärksten Ausprägung einer bestimmten Eigenschaft, wenn Elemente entsprechend geordnet werden.

Es identifiziert das Element, das in Bezug auf eine bestimmte Eigenschaft den größten Wert oder die stärkste Ausprägung aufweist und an der Spitze der geordneten Liste steht.

07 Perspektiven

Grundlage für die Dimension der Perspektiven sind die in Coaching, Training und Beratung angewandten Perspektivwechsel, um unterschiedliche Erfahrungen, Emotionen und Motivationen kognitiv zugänglich zu machen (vgl. Roth/Ryba 2016, S. 349). Der Klient wird in die Lage versetzt, Einblick in die eigenen und in die Verhaltensweisen anderer zu nehmen und dieses Verhalten aus Sicht der dahinterstehenden Motivationen zu reflektieren.

Es wird ein „Wir“ geschaffen, z. B. durch Erkennen der Bedürfnisse der System-Umwelt-Beziehung im Konflikt. Das Ich entsteht erst in der Begegnung mit dem Du (vgl. Buber 2014, S. 9).

Mit Einführung der Metaebene entsteht ein anderes Verständnis der Kybernetik zweiter Ordnung: Die Sichtweise des Beobachters zweiter Ordnung auf die gestaltenden Elemente des beobachteten Systems kann aus der Distanz durch Beobachtung der Rückkopplungen besser gegeben sein. Dies ist gleichzeitig eine Möglichkeit der Reduktion von Komplexität. Der Coach, Trainer bzw. Berater kann das Klientensystem einladen, ebenso eine Metaposition einzunehmen, um solch eine Erfahrung machen zu können.

Ich

Der Begriff "Ich" bezieht sich auf das individuelle Selbst oder die Identität einer Person. Es repräsentiert das Bewusstsein und die Wahrnehmung eines Individuums von sich selbst als eigenständiges und einzigartiges Wesen – das Subjekt, das denkt, fühlt, handelt und Kontinuität in Persönlichkeit und Erfahrung schafft.

Die Entwicklung des Ich-Bewusstseins ist ein wichtiger Bestandteil der psychologischen und sozialen Entwicklung eines Menschen und eng mit der Identitätsbildung verbunden.

Du

Der Begriff "Du" bezieht sich auf eine andere Person, mit der man kommuniziert oder interagiert. Es ist das Gegenstück zum "Ich" und bezeichnet die angesprochene Person in einer Interaktion.

Die Verwendung des "Du" kann eine informelle, persönliche Ebene der Kommunikation darstellen und variiert je nach Sprache und Kultur – als Ausdruck von Vertrautheit, Nähe und Freundlichkeit.

Wir

Der Begriff "Wir" bezieht sich auf eine Gruppe von Personen, die sich selbst in einer kollektiven Identität sehen. Es ist das Gegenstück zum "Ich" und drückt eine gemeinsame Identität, Zugehörigkeit oder Einheit aus – als Teil einer Gruppe, eines Teams, einer Familie oder Gesellschaft.

Die Verwendung des Begriffs stärkt das Gefühl der Gemeinschaft und betont die Bedeutung von Zusammenarbeit, Zusammenhalt und Solidarität.

andere

Der Begriff "andere" bezieht sich auf Personen, Dinge, Gruppen oder Entitäten, die sich von demjenigen unterscheiden, der den Begriff verwendet. "Andere" können als das Gegenteil von "selbst" oder "wir" betrachtet werden und repräsentieren das, was außerhalb des eigenen oder bekannten Rahmens liegt.

Eine sensibilisierte Verwendung des Begriffs erfordert Einfühlungsvermögen und Respekt gegenüber der Vielfalt und Verschiedenheit der Menschen und Kulturen.

Meta

Der Begriff "Meta" stammt aus dem Griechischen und wird als Präfix verwendet, um eine höhere Ebene der Abstraktion oder Reflexion zu kennzeichnen – "übergeordnet", "selbstreferenziell" oder "reflektiv".

Auf der Meta-Ebene spricht man über die Art und Weise, wie Kommunikation stattfindet, statt über den eigentlichen Inhalt der Botschaft. Das Präfix ist in vielen Fachgebieten verbreitet, um eine reflexive oder übergeordnete Ebene der Analyse zu kennzeichnen.

Meta Meta

In einer Meta-Position bezieht sich eine Person auf eine höhere Ebene der Abstraktion oder Reflexion – etwa wenn sie über die Art und Weise nachdenkt, wie andere über ein Thema denken und sprechen.

In einer doppelten Meta-Position geht die Reflexion noch einen Schritt weiter: Die Person beobachtet, wie sie selbst reflektiert, und bemerkt, dass auch ihre eigenen Reflexionen von persönlichen Erfahrungen und Vorurteilen beeinflusst werden. Dies verdeutlicht die Komplexität und Mehrdimensionalität der Selbstbeobachtung.

08 Veränderungsraum

Im Veränderungsraum als einer Idee im Sinne eines Raums der Möglichkeiten sind die methodischen Ausrichtungen der jeweiligen Fragestellungen des Coachs, Trainers bzw. Beraters und seine Art und Weise, Impulse zu geben, das entscheidende Kontinuum. Er wirkt hier als Profi in seinem Feld, hat die Verantwortung für den Prozess, ist Initiator und Anwender von Methoden. Hier vermischen sich Profession, Kunsthandwerk, Fragetechnik und spielerisches Element miteinander (vgl. v. Schlippe 2008, S. 465).

Das methodische Mittel dabei ist die Action-Survey-Schleife. Sie ist hilfreich, um die eigene Wirklichkeitskonstruktion von der Beobachtung der Konstruktionen des beobachteten Systems zu unterscheiden (vgl. Krizanits 2013a, S. 57).

Die Werkzeuge, Methoden und Formate, die hier zur Anwendung kommen, sind auf Unterschiedsbildungen, eventuell Übereinstimmungen und Umkehrungen gerichtet. So kann zum Beispiel das Denken des Gegenteils eine sehr dynamisierende Wirkung haben (vgl. Varga v. Kibéd/Sparrer 2016, S. 35). Hier kommen Formate wie die Tetralemmaarbeit zum Einsatz, die in der Lage sind, scheinbare Paradoxien zu verflüssigen. Sämtliche systemische Fragetechniken nach Übereinstimmungen, Unterschieden, Zirkularitäten, Paradoxien, Mustern und Zielen können hier zum Einsatz kommen, um das Klientensystem bei der Reflexion der eigenen Situation zu unterstützen.

Möglichkeiten

Der Begriff "Möglichkeiten" bezieht sich auf die verschiedenen Optionen, Chancen oder Potenziale, die in einer bestimmten Situation existieren – das Spektrum der Handlungen, Entscheidungen oder Ereignisse, die denkbar oder realisierbar sind.

Neue Möglichkeiten entstehen durch kreative Prozesse, Forschung und Entdeckung, gesellschaftliche Veränderungen, technologischen Fortschritt, veränderte Denkweisen oder auch Zufälle. Die Bewertung und Priorisierung von Möglichkeiten ist entscheidend, um die vielversprechendsten auszuwählen.

Unterschiede

Unterschiede beziehen sich auf die Differenzen, Abweichungen oder Varianzen zwischen verschiedenen Dingen, Konzepten oder Zuständen. Unterschiedsbildung ist der Prozess des Erkennens und Verstehens dieser Unterschiede – durch Wahrnehmung, Kategorisierung, Vergleich, Analyse, Reflexion und Abstraktion.

Sie ist ein wichtiger kognitiver Prozess, der es ermöglicht, die Welt zu verstehen, neue Informationen zu lernen, Probleme zu lösen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Übereinstimmung

Der Begriff "Übereinstimmung" bezeichnet das Vorhandensein von Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten oder Einklang zwischen verschiedenen Dingen, Ideen, Meinungen, Personen oder Gruppen.

Sie kann sich auf Meinungen, Verhalten, Verträge, Harmonie in Musik oder Kunst, Forschungsdaten oder technische Zusammenhänge beziehen. Übereinstimmung ist ein wichtiger Faktor in zwischenmenschlichen Beziehungen und kann in Verhandlungen zu Kompromissen und Win-Win-Situationen beitragen.

Gegenteil

Der Begriff "Gegenteil" bezeichnet das genaue oder direkte Gegenteil von etwas anderem – eine entgegengesetzte Bedeutung, Eigenschaft oder Richtung.

Das Konzept findet sich in der Sprache (Antonyme), in der Logik (Verneinung), in der Mathematik (positive/negative Zahlen) und in der Persönlichkeitspsychologie (z. B. Introversion und Extraversion). Das Verständnis des Gegenteils hilft, Bedeutungen zu klären und Kontexte besser zu verstehen.

Reflexion

Reflexion bezeichnet den Prozess des Nachdenkens, der kritischen Selbstbetrachtung oder der Überlegung über bestimmte Erfahrungen, Ereignisse, Ideen oder Handlungen – ein inneres "Zurückblicken", um Erkenntnisse zu gewinnen.

Sie findet sich als Selbstreflexion, in akademischen oder professionellen Kontexten, in der Philosophie, aber auch im übertragenen Sinne in Physik, Kunst und Technologie. Reflexion ermöglicht es, aus Erfahrungen zu lernen und Selbstwahrnehmung zu entwickeln.

Anderes

Der Begriff "das Andere" bezieht sich auf etwas, das sich von dem unterscheidet, was als bekannt, vertraut oder vorherrschend betrachtet wird – eine entgegengesetzte oder alternative Sache, Person, Gruppe oder Perspektive.

Er findet Anwendung in kulturellen, geschlechtlichen, sozialen und psychologischen Zusammenhängen. Der bewusste Umgang mit dem Begriff kann helfen, Vorurteile zu überwinden und eine offene Haltung gegenüber Unterschieden zu entwickeln.

09 Systemprinzipien

Die aufgeführten Prinzipien gehen auf natürliche Funktionen und Zwecke von Systemen zurück. Materielle Grundbedürfnisse führen zur Aufrechterhaltung (Homöostase) und zum Selbsterhalt eines Systems. Fortpflanzung und Vermehrung sind grundlegende Bestrebungen nicht nur von Individuen, sondern auch von sozialen Systemen (vgl. Ossimitz/Lapp 2013, S. 21).

Die in dieser Dimension dargestellten Eigenschaften entstammen der Einsicht, dass sich ein System in seiner gesamten Gestalt zeigt und einzelne Merkmale, Größen und Eigenschaften sich auf den Ebenen der Betrachtung des gesamten Systems zeigen. So sind beispielsweise emergente Eigenschaften ein Ausdruck von Rückkopplungen und Selbstorganisation (vgl. Sherwood 2003, S. 31).

Das menschliche Individuum muss sich einerseits mit der Außenwelt arrangieren und Grenzbildungen vornehmen, andererseits selbstbezüglich für das eigene Überleben sorgen und Eigenständigkeit anstreben. Damit ist der permanente Ausgleich zwischen „Homöostase und Morphogenesetendenzen“ (Schmidt 2013, S. 52) gefordert, der im Austausch mit den Umwelten stattfindet.

Das Leben mit seinen Problemen wird für den Klienten dann verständlich, wenn die einzelnen Eigenschaften seines Systems in das Bewusstsein gelangen. Diese Bewusstwerdung und Reflexivität zu unterstützen, ist Aufgabe von Coaching, Training und Beratung in systemischer Weise.

Erhalt

Systemerhalt bezieht sich auf die Bemühungen und Maßnahmen, die unternommen werden, um ein System – sozial, wirtschaftlich, ökologisch oder technologisch – aufrechtzuerhalten, zu schützen oder zu stabilisieren.

Strategien dazu umfassen präventive Maßnahmen, kontinuierliche Überwachung, Wiederherstellung nach Störungen und Anpassung an veränderte Umstände. Systemerhalt ist wichtig, um Funktionsfähigkeit und langfristige Stabilität zu gewährleisten, besonders in komplexen Systemen.

Wachstum

Das Wachstum eines Systems bezieht sich auf eine Zunahme oder Erweiterung der Größe, des Umfangs, der Kapazität oder der Komplexität im Laufe der Zeit – etwa wirtschaftliches Wachstum, Bevölkerungswachstum oder die Erweiterung eines Ökosystems.

Wachstum wird durch technologische Innovationen, Investitionen, demografische Veränderungen und kulturelle Entwicklungen beeinflusst und sollte sorgfältig gesteuert werden, um nachhaltig zu sein.

Fortpflanzung

Im systemischen Sinn bezieht sich "Fortpflanzung" auf die Art und Weise, wie Organismen als Teil eines größeren Systems interagieren und sich vermehren, um Kontinuität und Fortbestand dieses Systems sicherzustellen.

Dazu gehören die Reproduktion von Organismen, die Zirkulation von Energie und Materie in Ökosystemen, die Dynamik sozialer Systeme (demografische Struktur) sowie die Erhaltung kultureller und sozialer Normen über Generationen hinweg.

Immunisierung

Im systemischen Sinn bezieht sich "Immunisierung" auf die Schaffung eines Schutzmechanismus in einem System, um es widerstandsfähiger gegenüber externen Bedrohungen, Störungen oder Angriffen zu machen.

Das Konzept findet sich medizinisch (Impfung), wirtschaftlich (Risikomanagement), ökologisch (Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen) und sozial (Schutz vor Konflikten und Instabilität). Ziel ist eine resiliente Struktur, die sich anpassen kann, ohne ihre grundlegende Identität zu verlieren.

Individuation

Im systemischen Sinn bezieht sich "Individuation" auf den Prozess der Entwicklung einer eigenständigen, unabhängigen Identität eines Individuums innerhalb eines größeren sozialen Systems – ein Begriff, der vor allem durch C. G. Jung bekannt wurde.

Individuation bedeutet die Integration bewusster und unbewusster Aspekte der Psyche zur Erreichung eines Zustands innerer Ganzheit. Das menschliche Individuum muss dabei selbstbezüglich für sein eigenes Überleben sorgen und Eigenständigkeit anstreben – ein permanenter Ausgleichsprozess zwischen Homöostase und Morphogenese (S. 48).

Emergenz

Im systemischen Sinn bezieht sich "Emergenz" auf das Phänomen, bei dem komplexe Systeme Eigenschaften, Muster oder Funktionen entwickeln, die nicht direkt aus den Eigenschaften der einzelnen Bestandteile vorhergesagt werden können.

In einem emergenten System ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile, da neue Eigenschaften durch die Interaktion und Organisation der Elemente entstehen. Ein klassisches Beispiel für Emergenz ist das Verhalten eines Ameisenstaates: Das komplexe, koordinierte Kolonieverhalten lässt sich nicht aus dem Verhalten einer einzelnen Ameise ableiten – es entsteht erst durch das Zusammenspiel vieler Individuen.

10 Funktionsprinzipien

Die Funktionsprinzipien entstammen ursprünglich der naturwissenschaftlichen Sicht auf Systeme. Allerdings lassen sich daraus Prinzipien ableiten, die auch für soziale und biologische Systeme von Bedeutung sind. So gelten für Computerschaltungen, neuronale Netze, Lasertechnologie und chemische Reaktionen oftmals ähnliche Gesetzmäßigkeiten wie für „tierische und menschliche Gemeinschaften“ (Vollmer 2008b, S. 172). Dies gilt insbesondere für Phasenübergänge, bei denen sich durch Attraktoren und Ordnungsparameter neue Strukturen herausbilden und über eine Phase von Irritation und Instabilität eine neue Ordnung heranbildet. Diese Betrachtungen weisen Parallelen zur Bildung von psychischen und sozialen Systemen auf, die sich im Forschungsfeld der Synergetik niederschlugen (vgl. Argyris/Faust/Haase/Friedrich 2017, S. 449). Hierbei wird als Sprache der Beschreibung die Mathematik gewählt, um Ähnlichkeiten in Gestalt der alle Wissenschaftsdisziplinen übergreifenden Phänomene festzuhalten.

In dieser Dimension werden also Prinzipien miteinander verbunden, die im Coaching, Training und in der Beratung immer dann eine Rolle spielen, wenn der Beobachter Beschreibungen gewisser Funktionsmuster antrifft oder selbst anfertigt. Damit bilden sich vier abstrakte Prinzipien heraus, die eine Beobachtung und Wahrnehmung der auftretenden Ereignisse erlauben (vgl. Kriz 2016, S. 14): Prozesse, Rückkopplungen, Mikro- und Makroebenen sowie System-/Umwelt-Beziehungen.

Die Gestaltung des Interaktionsbereichs in Coaching-, Trainings- und Beratungsprozessen wird als Möglichkeit betrachtet, Impulse zu geben. Dadurch können neue strukturgebende Elemente herangeformt werden (vgl. Simon 2015b, S. 48). Das Sammeln von Informationen, welches oft zu Beginn mit dem Prozess einhergeht, kann dabei schon strukturgebende Merkmale enthalten, und es können sich bereits Unterschiede bilden (vgl. Simon 2015b, S. 57). Dabei ist es hilfreich, innerhalb von z. B. Organisationen unterschiedliche soziale und psychische Systeme (bspw. zwischen unterschiedlichen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens) wahrzunehmen und in ihrer strukturellen Kopplung auf Wechselwirkungen hin zu betrachten. Grundsätzlich entsteht damit ein Verständnis der Beobachtung zweiter Ordnung. Die Betrachtungsweise des Beobachters wird durch die Beobachtung der Wechselwirkungen und Rückkopplungen gestützt. Dies ergibt eine distanzierte Perspektive, aus der heraus sich das Erfassen der Komplexität eines Systems leichter gestalten lässt. Kommunikationen sind konstituierende Elemente eines sozialen Systems. Dies zu erkennen ist maßgebliche Voraussetzung für die Qualität der Beobachtung selbst. Unterschiede zu bilden, Informationen zu gewinnen und Grenzen zwischen Inhalten und Zuständen zu ziehen, unterstützt den Coach, Trainer bzw. Berater dabei, seine eigene Abgrenzung vom beobachteten System zu optimieren (vgl. Simon 2015b, S. 108 f.).

All diese Kräfte sind miteinander als komplexes Rückkopplungssystem in permanenten Wechselwirkungen verbunden, sodass dies Beobachtungen von Ereignissen zulässt, die sich in lebenden, sozialen und psychischen Systemen abspielen. Es werden Reflexionen über Replikation, konstitutive Eigenschaften, Einzigartigkeit, Zufall etc. möglich, die dazu dienen können, sich dieser systemischen Wirkungsweisen bewusst zu werden (vgl. Vollmer 2008b, S. 231).

Prozesse

Unter dem Begriff "Prozesse" versteht man in der Regel eine Abfolge von Handlungen, Aktivitäten oder Schritten, die dazu dienen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen, eine Aufgabe zu erledigen oder eine bestimmte Funktion auszuführen. Prozesse können in verschiedenen Bereichen und Kontexten auftreten, darunter in der Wirtschaft, der Industrie, der Technologie, der Verwaltung, der Wissenschaft, der Natur und vielen anderen.

Ein Prozess besteht aus einer Reihe von miteinander verbundenen Schritten oder Aktionen, die logisch und sequenziell organisiert sind. Jeder Schritt in einem Prozess führt zu einem bestimmten Ergebnis oder führt zu einem Übergang zum nächsten Schritt.

Beispiele für Prozesse in verschiedenen Bereichen sind:

  • Produktionsprozesse: In der Industrie können Prozesse verwendet werden, um Rohmaterialien in fertige Produkte umzuwandeln. Dies kann den Schritt der Materialbeschaffung, Fertigung, Montage und Qualitätskontrolle umfassen.
  • Geschäftsprozesse: In einem Unternehmen können Prozesse für die Abwicklung von Bestellungen, die Personalverwaltung, die Buchhaltung und andere betriebliche Abläufe implementiert werden.
  • Technische Prozesse: In der Informatik können Prozesse Programmabläufe, Datenverarbeitungsschritte oder automatisierte Aufgaben beschreiben.
  • Natürliche Prozesse: In der Natur können Prozesse den Kreislauf von Wasser in Form des Wasserkreislaufs, den Stoffwechsel von Lebewesen oder die Prozesse der Evolution umfassen.

Prozesse sind oft darauf ausgerichtet, Effizienz, Konsistenz und Wiederholbarkeit zu fördern, indem sie klare Anweisungen oder Regeln für das Erreichen eines bestimmten Ziels bereitstellen. Die Analyse und Optimierung von Prozessen ist ein wichtiges Anliegen in der Geschäftswelt und anderen Bereichen, um die Leistung und Effektivität zu verbessern und Engpässe oder ineffiziente Abläufe zu identifizieren.

Rückkopplungen

Auf der Ebene der Rückkopplungen erscheinen die einzelnen Elemente des Systems in ihren Wechselwirkungen. Dies ist insbesondere dann interessant zu beobachten, wenn sich einzelne Irritationen, Verstörungen und Interventionen beginnen zu verbreiten und deren Auswirkungen sichtbar werden.

Damit können Systemdiagramme oder Wirkgraphen erstellt (vgl. Senge 2011, S. 92 ff.) und auch Rückbezüglichkeiten zu den Systemprinzipien wie etwa Emergenz verzeichnet werden.

Mikro- und Makroebenen

Auf den Mikro- und den Makroebenen sind Effekte der Ordnungsbildung abzulesen. So können etwa auf der Mikroebene mit zirkulären Fragen Diagnosen erstellt werden, die Gelegenheit für Reflexionen bieten und Möglichkeitsräume für Veränderungen eröffnen (vgl. Krizanits 2013a, S. 142). Das Klientensystem kann angeregt werden, sich der eigenen Selbstreferentialität gewahr zu werden und Wirklichkeitskonstruktionen und Deutungsmuster zu erkennen (vgl. Simon/Rech-Simon 2015, S. 273 ff.).

Auf der Makroebene können dadurch neue Ordnungsmuster gebildet werden, die wiederum Einfluss auf Prozesse und Dynamiken haben. Bottom-up- und Top-down-Entwicklungen verkoppeln sich so in ganzheitlicher, selbstorganisierter Weise (vgl. Kriz 2016, S. 16).

System-Umwelt-Beziehungen

Auf der Ebene der System-/Umwelt-Beziehungen lassen sich Unterscheidungen zwischen der Anpassung des Systems an seine Umwelt treffen sowie die eigene Auffassung darüber verorten.

Im ständigen Wechsel wird so, in Abgrenzung zur Umwelt, eine kontinuierliche Identität geschaffen, die trotz aller Veränderungen eine eigene Familie, Organisation oder soziale Gruppe bilden kann. Es entsteht ein Gleichgewicht zwischen Dynamik und Stabilität, welches die Mitglieder zu Handlungen und Kommunikationen befähigt und eine eigene Form bildet (vgl. Backhausen/Thommen 2017, S. 33). Damit gilt das Individuum als Umwelt sozialer Systeme – Kommunikationen erweisen sich gleichermaßen als emergent wie konstitutiv für soziale Systeme (vgl. Simon 2015b, S. 88).

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